Steinwegs Haus und Werkstatt am Ende der Jacobsonstraße in Seesen. Hier entstehen neben der normalen Tischlerarbeit bald auch Klaviere. Foto um 1890

Steinway & Sons wächst schnell zur bedeutendsten Klavierfabrik der Welt heran. Bereits 1860 wird eine neue Fabrik an der 4. Avenue bezogen. Sie nahm den gesamten Block zwischen der 52. und 53. Straße ein. Damit war sie die größte bebaute Fläche der Vereinigten Staaten. Werbeplakat, um 1861

Steinweg – Steinway. Eine Karriere

Am 11. November 1825 leistet der aus Wolfshagen/Harz stammende Tischler Heinrich Engelhard Steinweg (1797-1871) in Seesen den Bürgereid. Neben der Tischlerarbeit beginnt der musisch begabte Steinweg Klaviere herzustellen – und hat damit Erfolg. Ab 1836 nennt er sich „H. Steinweg – Instrumentenmacher in Seesen“. Seiner Kundschaft erklärt er: „Für Güte und Dauer (meiner Instrumente) garantiere ich auf jede vom Käufer selbst zu bestimmende Zeit…“

Der selbstbewusste 53-jährige entschließt sich 1850 mit seiner Familie nach New York auszuwandern. Der Familienname wird zu Steinway amerikanisiert und bereits 1853 das Unternehmen Steinway & Sons gegründet.

Sechs Söhne sind den Steinwegs in Seesen geboren worden. Die Kombination ihrer unterschiedlichen, sich ergänzenden Talente führt zum beispiellosen Erfolg in Amerika. Der älteste Sohn, Theodor (1825-1889) bleibt zunächst in Deutschland und gründet in Braunschweig die Klavierfabrik „C. F. Theodor Steinweg“. Also auch er in New York gebraucht wird, verkauft er sie und tritt ebenfalls in die Firma „Steinway & Sons, New York“ ein. Aus der Braunschweiger Klavierfabrik entsteht nun „Grotrian – Steinweg“.

Mit einer wahren Patentflut hatten Theodor und sein Bruder Henry Jr. (1830-1865) den Klavierbau revolutioniert. Sie gelten heute als Schöpfer des modernen Klaviers. Ihr jüngerer Bruder William (1835-1896) steuert sein kaufmännisches Genie zum Erfolg bei. Auf seine Initiative hin kommt es 1880 zur Gründung von „Steinway & Sons, Hamburg“.

Obwohl weltweit engagiert fand William immer wieder die Zeit seine Heimatstadt Seesen, deren Ehrenbürger er wurde, zu besuchen. Mit dem Steinway-Kurpark, der seinen Namen trägt, haben er und seine Familie eine bleibende Spur in Seesen hinterlassen.

Aus Heinrich E. Steinweg wird Henry E. Steinway. Die Abbildung zeigt ihn beim Bau des ersten „Steinway & Sons“. Das Instrument steht heute im Städtischen Museum Seesen, Ölgemälde 1920

Der von William Steinway gesponserte Kurpark mit Siebers Kur-Hotel, das auf William Steinways Anregung zurückgeht. Postkarte, um 1900

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